red flags - rote Fahnen

rote Fahnen

Auf verschiedenen Bewertungsportalen für Webseiten, wie z.B.: SEO Moz, werden sognannte "red flags" ermittelt, die angeblich von Google abgestraft werden.

Prinzipiell ist dies möglich, nur verwendet Google für die Analyse und Bewertung seine eigenen Daten. Diese weichen im Einzelfall deutlich von den Auswertungen der Portale ab. Denn die echten Daten stehen nur Google und in den Webmastertools und Analytics den Webseitenbetreibern zur Verfügung.

Indizien für eine schlechte bzw. manipulierende Webseite sind angeblich:

  • Niedriger MozTrust oder MozRank

    Wie oben bereits erwähnt ermittelt Google seine Kennzahlen selbst. Dennoch kann ein niedriger Wert in Indiz für eine schlechte Webseite sein. Dies ist insbesondere dann interessant, wenn es um die Bewertung von anderen Webseiten geht.

    Bei der Bewertung und Kontrolle der eigenen Webseite interessiert die Kennzahl nicht. Da sie nicht hilft Unzulänglichkeiten zu erkennen und zu beseitigen.

  • eine große Webseite mit wenigen Backlinks

    Dies stimmt nur bedingt, denn insbesondere private Webseiten und Blogs können durchaus mit der Zeit sehr groß werden ohne, dass eine nennnenswerte Anzahl vom Links auf die Webseite gesetzt wird.

    Links sind immer auch Empfehlungen und sollten nicht wahllos gesetzt werden. Bei Quellenangaben und weiterführende Informationen ist ein Link ein Gewinn für jede Seite und hilfreich für die Besucher.

    Diese natürlichen Links bekommt man von anderen Webmastern, d.h. man hat selbst keinen Einfluß darauf.

    Dass also eine Webseite, die sich an die Google-Richtlinien hält und keine Backlinks kauft oder auf andere Weise unnatürliche Backlinks setzt, von Google abgestraft wird, ist unwahrscheinlich. Selbstverständlich analysiert Google die Links, die auf eine Seite gesetzt werden. Links von guten und passenden Seiten sind ein Rankingfaktor.

  • geringe Vielfalt der Linkquellen

    Site Link Diversity is Low

    Dieses Kriterium ist auf den ersten Blick überzeugend. Viele Links aus nur einer Quelle sind weniger wert als Links verschiedener Quellen. Dennoch kann dies bei thematisch passenden Webseiten des gleichen Webseitenbetreibers auch eine Bereicherung für den Besucher sein, wenn diese mehrfach miteinander verlinkt sind.

    Webseiten mit wenigen Linkquellen werden entsprechend niedriger bewertet, abgestraft werden sie von Google nicht.

  • Verhältnis der follow/nofollow Subdomains außerhalb der Norm

    (Ratio of Followed to Nofollowed Subdomains Outside of the Norm)

    Eine hohe Anzahl follow-Links im Verhältnis zu nofollow-Links wird dabei lt. SEO Moz als Spam bewertet.

    Jeder seriöse Webmaster setzt Links bewußt mit dem Attribute "follow".

    Wenn man eine Empfehlung geben will, dann doch richtig. Nur Links in Gästebucheinträgen, Kommentaren und Forenbeiträgen werden standardmäßig "nofollow" gesetzt.
    Dass eine Webseite unseriös sein soll, weil man nicht in eine Norm passt, ist mir nicht klar. Ob und wieviel Links no-follow oder follow gesetzt werden, hängt letztendlich von den Besuchern ab.

    Wenn ich als Webseitenbetreiber auch Kommentare in Foren und Gästebücher eintrage, wenn ich etwas zum Thema beitragen kann, ohne nach einem "follow"-Backlink zu schielen, bedeutet die doch nicht dass meine Webseite von Google abgestraft wird.

  • Verhältnis der follow/nofollow Domains außerhalb der Norm

    (Ratio of Followed to Nofollowed Domains Outside of the Norm)

    Für den analogen Parameter im Bezug auf Domains gilt das Gleiche, wie bei Subdomains.

  • Kleiner Anteil an Links mit Markennamen im Linktext

    Small Proportion of Branded Links

    Lt. SEO Moz ist das fehlen der Marke bzw. des Webseitennamen in Linktext ein Hinweis auf Spam.

  • Dünner Inhalt

    Thin Content

    Das ist ein Problem, wenig Inhalt wird auch in den Webmastertools angemäkelt.

    Eine Strafe ist auch hier nicht in Sicht, denn der schlechte Inhalt wird einfach ignoriert.

  • keine oder wenige Tags zur Strukturierung der Seite

    (Site Mark-up is Abnormally Small)

    Eine schlecht strukturierte Seite ist schwerer zu lesen. Absätze, Zwischen-Überschriften, Grafiken und Bilder lockern eine Seite nicht nur optisch auf.

  • große Anzahl externer Links

    Large Number of External Links

    Hier wird es schwierig, denn es gibt ausgehende Links und eingehende Links. Externe Links, die als Empfehlungen im Internet, von anderen Domains auf unsere Webseiten gesetzt werden, werden auch Backlinks genannt. Eine hohe Anzahl dieser Backlinks im Vergleich zur Größe der Webseite, kann auch ein Indiz für eine manipulierte Seite sein. Es kann aber auch nur eine Webseite mit einem oder mehreren Artikeln sein, die eben genau den Nerv der Zeit getroffen haben!

    Wahrscheinlicher ist, dass hier ausgehende Links gemeint sind. Auch hier gilt, sehr viele Links auf andere Webseiten im Vergleich zur Größe der Webseite, kann ein Indiz für eine "SPAM"-Seite sein, wenn diese nur zum Setzen diese Links, z.B. gegen Bezahlung eingerichtet wurde.

    Aber es gibt auch Ausnahmen, z.B. moderierte Webseitenkataloge mit echten Inhalten sind erwünscht, reine Linkwüsten sind es nicht.

    Die Frage ist jedoch, ab wievielen externen Links, eine Webseite SPAM ist. Ein gut recherchierter Artikel enthält schon aus Gründen der Fainess Links zu den externen Quellen. Es wäre fatal, wenn ein Autor Quellen weglassen müsste, nur um nicht als SPAMMER bewertet zu werden.

  • geringe Anzahl interner Links

    Low Number of Internal Links

    Interne Links sind Verknüpfungen innerhalb Ihrer eigenen Webinhalte. Die Navigation innerhalb einer Website besteht somit zu 100% aus internen Links.

    Für den Besucher ist eine ausreichende und intuitiv zu bedienende Menüstruktur wichtig. Dies wird als Qualitätsfaktor zu Recht bewertet.

  • Anchor Text Heavy Page

    Anchor Text Heavy Page

    Schlechte und unpassende Ankertexte sind wirklich ein Problem, denn wie wir bereits wissen, werden gute Backlinks ungefragt als Empfehlung gesetzt, d.h. der andere Webmaster trägt auch den ggf. unpassenden Ankertext ein.

    Wenn verschiedene Webmaster allerdings alle den selben passenden oder unpassenden Ankertext verwenden, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich um gekaufte Links handelt. Wahrscheinlich bedeutet aber nicht Wahr! Es kann auch Zufall sein. Hier ist nämlich auch interessant, von welchen Domains diese Links kommen.

  • Externe Links in der Navigation

    External Links in Navigation

    Externe Links in der Navigation sind eigentlich keine Option. Denn der Besucher erwartet nicht, dass ein Link in der Seitennavigation von der Webseite wegführt!

    Aber auch hier kann es Gründe geben, die Sinn machen. Wenn z.B. spezielle AMP-Seiten für mobile Geräte zur Verfügung gestellt werden, sind eigene JavaScripte und Formulare nicht so einfach zu implementieren. Hier kann und sollte der Link im Menü auf die passende Desktopversion verweisen. Wenn für die AMP-Version eine eigene Subdomain verwendet wird, entstehen somit externe Links, die durchaus Ok sind. Das gleiche gilt für Plattformen, die entsprechend den behandelten Themen oder Sprachen auf mehreren Domains oder Subdomains verteilt sind.

  • Keine Kontaktinformationen

    (No Contact Info)

    Eine Webseite ohne Impressum und Kontaktinformationen ist wirklich nicht sehr vertrauenswürdig.

  • Niedrig Anzahl der gefundenen Seiten

    Low Number of Pages Found

    Wenige gefundene Seiten zu einer Domain bzw. Subdomain sind kein Qualitätsmerkmal und auch kein Grund eine Webseite abzustrafen. Sogenannte Web-Visitenkarten oder Portfolios werden gern in einer einzigen Seite umgesetzt.

    Wenn nun mal nicht mehr zu sagen ist, dann gilt auch im Internet "einfach mal die Klappe halten", d.h. den Inhalt nicht künstlich aufblähen.

  • TLD mit Spam-Domains verknüpft

    TLD Correlated with Spam Domains

    Die TLD - Top Level Domain, wie z.B: .de, .com sind für verschiedene Länder und Einsatzzwecke reserviert. Für jede TLD gibt es Richtlinien bei der Vergabe. Selbstverständlich ist es denkbar, dass bei einigen TLD prozentual mehr Spam-Domains bekannt sind, als bei anderen. Daraus allerdings einen Grund für das Abstrafen einer Webseite zu generieren, wäre fatal. Google will gute Inhalte anzeigen, und keine Sippenhaft für Webseiten.

  • Domain Name Länge

    Domain Name Length

    Ein langer Domainname läßt vermuten, dass versucht wird viele Keywords im Domainnamen unterzubringen.

    Dies wäre, so denn die Webseiten nicht zu den im Namen vorhandenen Themen passt eine versuchte Manipulation. Allerdings kann ein langer Domainname auch Sinn machen, wenn die Domain für einen Kinofilm genauso heißt wir der Titel des Filmes.

  • Domain Name enthält Ziffern

    Zahlen im Domainnamen sollen ein Indiz für eine schlechte Webseite sein?

Zusammenfassung

Google straft nach eigenen Angaben Verstöße gegen die Richtlinien ab. Schlecht gemachte Webseiten dagegen werden einfach nicht in den Index aufgenommen.

Dennoch spricht nichts dagegen bei der Suche nach Verbessungsmöglichkeiten der eigenen Internetpräsenz Online-SEO-Tools zu verwenden. Bei der Auswertung des Ergebnisses, ist jeder gut beraten selbst zu entscheiden, was wichtig ist.

Wirklich böse und manipulative Webseiten werden hoffentlich von Google erkannt und entsprechend abgestraft. Das sind z.B. Webseiten, die Viren verbreiten und SPAM-verschicken.

Google geht dann jeweils davon aus, dass der Server gehackt wurde, und gibt somit dem Webseitenbetreiber die Chance das Problem zu beheben.

Wer wissen will, was Google über seine Webseite "denkt", der sollte sich bei den Google-Webmastertools anmelden.

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